Der Podcast über Übersetzen

Eine Brücke zwischen Theorie und Praxis

Folge 14 - Neuübersetzungen - eine Möglichkeit zum Umgang mit einem Text

Über Interpretation, Konvention, warum unterschiedliche Übersetzungen auf den Text selbst einwirken.

Mehr Informationen zur vierzehnten Folge

In Folge 14 von Überübersetzen sprechen Yvonne Griesel und Larisa Schippel über die Notwendigkeit, Literatur immer wieder mit einem neuen Blick zu betrachten, da sich sprachliche Konventionen im Laufe der Zeit stetig verändern. Übersetzung kann hier kommentieren, neue Sichtweisen eröffnen und antikolonial, feministisch und konventionsbrechend alte Texte in das Hier und Jetzt bringen. „Es geht um die sprachliche Form der Neuübersetzung und die Einbettung in eine andere Zeit und Kultur.“

Literatur & Links zur Folge:

Tarjei Vesaas (2020): Die Vögel. Berlin, Guggolz Verlag. Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel // Dorota Karolina Bereza (2013): Die Neuübersetzung. Berlin: Frank & Timme Verlag // Simone de Beauvoir (2000): Das andere Geschlecht. Deutschland, Rowohlt TB. Übersetzung von Uli Aumüller und Grete Osterwald.

Hier geht’s zu „Die allgemeine Verunsicherung. Wissen Sie eigentlich, wen Sie lesen?“ ist eine Lesung, die Yvonne Griesel für die lange Nacht der Wissenschaft an der Humboldt-Universität mit ihren Studierenden 2005 entwickelt hat und die seitdem immer wieder – mit einem mittlerweile festen Ensemble – aufgeführt wird. Dabei handelt es sich um Henning Bochert, Andreas Rüttenauer, Axel Strotmann, Naemie Schmidt-Lauber und Yvonne Griesel. 

Hier gibt’s mehr über Tiago Rodrigues, Gründer der Theatergruppe „Mundo Perfeito“.

Hier geht’s zum Wikipedia Artikel über John Donne. 

Mehr zu Simone de Beauvoir und feministischer Translationswissenschaft:

Sophie Beese: Das (zweite) andere Geschlecht – der Diskurs „Frau“ im Wandel. Simone de Beauvoirs ‚Le deuxième sexe‘ in deutscher Erst- und Neuübersetzung.

Luise von Flotow (1997): Translation and Gender. Translating in the ‚Era of Feminism‘. London: Roitledge

Folge 13 - Arbeit auf Augenhöhe

Über vergessene Bücher, Neuübersetzungen und die Ränder der Gesellschaft und Europas.

Mehr Informationen zur dreizehnten Folge

In unserer aktuellen Folge kommt ein Verleger zu Wort: Sebastian Guggolz verlegt ausschließlich Neuübersetzungen aus Ost- und Nordeuropa. Von Anfang an arbeitete er mit erfahrenen Übersetzer:innen zusammen, hört ihnen zu und stöbert nicht nur in Antiquariaten nach vergessenen Autor:innen, sondern lässt sich von Übersetzer:innen ihre Geheimtipps verraten. Der Erfolg und die Auszeichnung des Guggolz Verlags zeigen, wie wichtig es ist, mit Übersetzenden auf Augenhöhe zu arbeiten. Und warum Lektor:innen und Journalist:innen die perfekten Kandidat:innen für eine Fernsehquizshow sind, erfahren wir außerdem in dieser Folge.

Sebastian Guggolz, 1982 in der Nähe von Ravensburg geboren, studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Volkskunde an der Uni Hamburg. Nach dem Magisterabschluss ging er im Jahr 2005 nach Berlin und begann seine Tätigkeit als freier Lektor, Redakteur und Korrektor bei Buch- und Zeitschriftenverlagen. 2007 startete er ein Volontariat im Verlag Matthes & Seitz, dem eine Anstellung als Lektor folgte. Im Anschluss gründete er 2014 den Guggolz Verlag mit Schwerpunkt Literatur aus Nord- und Osteuropa, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Sebastian Guggolz ist im Vorstand des Vereins der Freunde und Förderer des Literaturhauses Berlin e.V. und engagiert sich als ehrenamtlicher Lesepate an einer Grundschule.

Bildrechte © Nils Stelte

Literatur & Links zur Folge:

Andor Endre Gelléri (2018): Stormern. Berlin: Guggolz Verlag, Übersetzung von Timea Tankó // Lewis Grassic Gibbon (2018): Lied vom Abendrot, Berlin: Guggolz Verlag, Übersetzung von Esther Kinsky // Frans Eemil Sillanpää (2014): Frommes Elend, Berlin: Guggolz Verlag, Übersetzung von Reetta Karjalainen und Anu Katarina Lindemann //Tarje Vesaas (2020): Die Vögel, Berlin: Guggolz Verlag, Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel // Johannes V. Jensen (2017): Himmerlandsvolk, Berlin: Guggolz Verlag, Übersetzung von Ulrich Sonnenberg

Hier gibt’s mehr vom Guggolz Verlag. 

Hier geht’s zum Wikipedia Artikel von Johannes V. Jensen.

Hier geht’s zum Wikipedia Artikel von  Hinrich Schmidt-Henkel.

Hier geht’s zum Wikipedia Artikel von Frans Eemil Sillanpää.

Ein Zitat aus Boris Poplawski (2019): Apoll Besobrasow, Berlin: Guggolz, S. 5-6, eine Übersetzung von Olga Radetzdkaja.

 

 

 

Folge 12 - Loyalität und Translationsethik

Über ethische Fragen und Loyalitäten von Übersetzer:innen.

Mehr Informationen zur zwölften Folge

Im Berufsfeld der Übersetzung sprechen wir oft von Loyalität in der Übersetzung, meinen damit, dass wir unseren Autor:innen gegenüber gewissenhaft sein müssen. Aber das ist noch lang nicht alles, wir müssen auch unseren Kolleg:innen gegenüber loyal sein, den Verlagen, den internationalen Interessen und nicht zuletzt uns selbst gegenüber. Dass das nicht immer einfach ist, versteht sich von selbst und so scheint das Etablieren einer Translationsethik von maßgeblicher Relevanz. Über erste Versuche eine solche zu entwickeln, sprechen wir in dieser Folge.

Literatur & Links zur Folge:

Christiane Nord ( 1989): „Loyalität statt Treue. Vorschläge zu einer funktionalen Übersetzungstypologie“. Lebende Sprachen 3, 100-105. // Prunč, Erich (1997) „Translationskultur“, in: TextConText 11 = NF 1.1997, 99-127 // Pym, Anthony (1997) Pour une éthique du traducteur. Ottawa: Artois Presses Université. // Pym, Anthony ed. (2001) The Return to Ethics. Special Issue der Zeitschrift The Translator 7.2001.2. // Chesterman, Andrew (1997 a) „Ethics of translation”, in: Snell-Hornby et al. eds. 1997, 147-160 // Alessandro Baricco (1997): „Seide“, München / Zürich: Piper

Chesterman, Andrew (2001) „Proposal for a Hieronymic Oath”, in: Pym ed. 2001, 139-154. 

„Handle loyal zu deinen HandlungspartnerInnen, habe jedoch auch das Selbstbewusstsein, deren Loyalität einzufordern, gehe sparsam mit deinen und den Ressourcen deiner Partner um und bedenke die Nachhaltigkeit deiner Handlungen, handle professionell und wahre das Ansehen deines Berufsstandes, handle im Einklang mit den Normen deiner Translationskultur, habe jedoch den Mut, dich selbstverantwortlich dagegen zu entscheiden und die Gründe dafür offen zu legen.“

Hier geht’s zu Anthony Pym zu Ethik der Translator:innen Part eins und Part zwei auf YouTube.

 

Folge 11 – Gespräch mit Timea Tankó

Über das Kompakte und Besondere der ungarischen Sprache, den deutschen Buchmarkt und subtile politische Strahlkraft.

Mehr Informationen zur elften Folge

In dieser Folge wird es konkret: Timea Tankó, literarische Übersetzerin aus dem Ungarischen und Französischen, spricht mit uns über die spielerische Herangehensweise  und das konkrete Vorgehen beim Übersetzen vom Ungarischen ins Deutsche. Da geht es um Klänge, Vokalharmonien und Wortendungen, die die ungarische Sprache sehr kompakt und konkrete Nennungen möglich machen, aber im deutschen Satz- und Wortbau ganz anders wirken. Außerdem sprechen wir über das „Dahinter“ des ungarischen Literaturbetriebs und wie subtil politische Prozesse in die ungarische Kultur einwirken und darin aber Personen und Gesellschaft stark beeinflussen können.

Timea Tankó

1978 geboren, verbrachte ihre Kindheit in Ungarn und Deutschland. Sie studierte Übersetzen Französisch, Spanisch und Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seit 2003 arbeitet sie als literarische Übersetzerin aus dem Ungarischen (u.a. István Kemény, Andor Endre Gelléri und György Dragomán) und Französischen. Für ihre Übersetzung Apropos Casanova von Miklós Szentkuthy erhielt sie 2021 den Preis der Leipziger Buchmesse. 

Literatur & Links

Andor Endre Gelléri (2018): Stormern. Berlin: Guggolz Verlag // György Dragomán (2019): Löwenchor. Berlin: Suhrkamp // Miklós Szentkuthy (2020): Apropos Casanova. Berlin: Die andere Biobliothek // István Kemény (2013): Liebe Unbekannte. Wien: Braumüller Verlag

Hier gibt’s mehr über Timea Tankó.

Hier geht’s zum Interview von Timea Tankó mit DLF.

Hier geht’s zum Interview von Timea Tankó mit Tralalit.

Hier geht’s zum Interview von Timea Tankó mit Olga Radetzkaja.

Hier geht’s  zu „Vom der unendlichen Ironie des Seins – Ungarische Ungereimtheiten“ die horen, Band 264. Zusammengestellt von Agnes Relle unter Mitarbeit von Christine Schlosser.

Zitat von Andor Endre Gelléri in „Stormern“, Berlin: Guggolz Verlag, S. 142-143 : „Ich trinke den sonnenstrahlenbestäubten Duft dieses Gartens und lausche dem nächtlichen Geruch, wie er mit dem neuen Wind von den Gräsern weicht. (…) Die Sonne funkelt und wächst stumm, und ebenso gehen die riesigen Sterne neben ihr unter. Das Wunder unseres Lebens kommt und geht auf Zehenspitzen, und wie ich den Himmel betrachte und das sehe, kommt mir der schmerzliche Gedanke: Die großen Wunder bewegen sich lautlos, fern von der Welt, und verstecken ihre Göttlichkeit hinter dem Geheimis der Stille.“

 

Folge 10 - Translatorisches Handeln und Translationskultur

Über komplexe Vorgänge, Grenzen und Brücken

Mehr Informationen zur zehnten Folge

Übersetzen kann Grenzen schaffen und gleichzeitig Brücken bauen, kann dem kommerziellen Erfolg dienen und dann wieder den Zusammenhalt stärken. Warum? Weil sich das Übersetzen nicht nur an Textvorlagen orientiert, sondern ein komplexer Vorgang ist, weil Translationskulturen beständig in Räumen funktionieren und weil es irgendwie auch immer um unterschiedliche Interessen und Konventionen geht. In Folge 9 von Überübersetzen sprechen Dr. Yvonne Griesel und Prof. Dr. Larisa Schippel über die vielen unterschiedlichen Funktionen des Übersetzens und das zeitgemäße „translatorische Handeln, denn „im Grunde genommen ist unsere ganze Gesellschaft Translation.

Literatur & Links zur Folge:

Justa Holz-Mänttäri (1984): Translatorisches Handeln. Theorie und Methode.Helsinki: Suomalainen Tiedeakatemia //Michaela Wolf (2012) : Die vielsprachige Seele Kakaniens. Wien: Böhlau Verlag

Hier geht’s zum Wikipediaartikel von Justa Holz-Mänttäri.

 

Folge 9 - Podiumsdiskussion: Dramenübersetzung und Übertitel – ein Spannungsfeld?

mit Yvonne Griesel und Gästen, im Rahmen von Theater der Welt vom 21.06.2021.

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Yvonne Griesel war zu Gast bei der Podiumsdiskussion „Dramenübersetzung und Übertitel – ein Spannungsfeld?“ im Rahmen von Theater der Welt. Ebenfalls mit dabei waren Franziska Muche, Christopher Fares-Köhler, Uli Menke, Karen Witthuhn und PD Dr. Vera Elisabeth Gerling.

Christopher-Fares Köhler studierte Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig und an der Freien Universität Berlin (M.A). Er arbeitet als Dramaturg am Theater Dortmund, in der Intendanz von Julia Wissert.  In der Spielzeit 2017/18 war er Teil der Dramaturgie an den Münchner Kammerspielen. Von 2018 bis 2020 war er Dramaturg u.a des Exil Ensembles am Maxim Gorki Theater Berlin. Als Gast arbeitete er u.a. auch an der Schaubühne Berlin und beim Stückemarkt des Berliner Theatertreffens 2019 (Berliner Festspiele). Köhler arbeitet auch als Übersetzer, vornehmlich für arabische Autor:innen.

Franziska Muche lebt und arbeitet als freie Übersetzerin für Theater in Berlin. Sie ist Diplomkulturwirtin mit Schwerpunkt Spanien/Lateinamerika (Univ. Passau), Licenciada in Übersetzung und Dolmetschen (Univ. Granada) und ausgebildete Schauspielerin (Michael-Tschechow-Studio/ZAV). Seit 2008 übersetzt sie Theatertexte zeitgenössischer Bühnenautor*innen aus dem Spanischen und im Tandem mit Pilar Sánchez Molina auch ins Spanische; seit 2013 ist sie auch als Übertitlerin tätig. Von 2013 bis 2016 leitete sie die Reihe szenischer Lesungen AMBIGU in der Alten Kantine Wedding. 2020 wurde sie mit einem Exzellenzstipendium des Deutschen Übersetzerfonds ausgezeichnet. Gemeinsam mit Carola Heinrich gibt sie eine Anthologie mit Theatertexten aus Argentinien, Chile, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Spanien und Uruguay heraus (Mauern fliegen in die Luft, Neofelis Verlag, vorauss. Nov. 2021).

Karen Witthuhn wurde 1969 geboren und studierte „Drama – Theatre, Film & TV“ an der University of Bristol, England. Sie lebt in Hamburg und arbeitete von 1995 bis 2011 als Regisseurin, Dramaturgin und Produktionsleiterin an Stadttheatern, in der freien Szene und für internationale Theaterfestivals. Seit 2000 ist sie freiberuflich als literarische Übersetzerin von Romanen, Theaterstücken und- texten und Drehbüchern aus dem Englischen tätig. Gemeinsam mit der englischsprachigen Kollegin Lucy Renner Jones leitet sie das Übersetzerbüro Transfiction: www.transfiction.eu  2011 nahm sie am Hieronymus-Programm für Nachwuchsübersetzer und an der Berliner Übersetzerwerkstatt teil und wurde 2015 sowie 2018 mit Arbeitsstipendien der DÜF gefördert. (Quelle: Homepage Überübersetzen)

Uli Menke, *1968, ausgebildeter Buchhändler, Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Religionswissenschaft und Ethnologie an der FU Berlin und in Paris. Er arbeitet als Übersetzer, Dramaturg und Übertitler. Zu den durch ihn übertragenen Autoren zählt Wajdi Mouawad – für die Übertragung von dessen Stück »Küste« erhielt er 2013 den Theater-Transfer-Preis. (Quelle: Homepage Saarländisches Staatstheater)

 

 

Folge 8 - Gespräch mit Patricia Klobusiczky

Warum das Herz immer Platz für mehrere Sprachen hat.

Mehr Informationen zur achten Folge

Was sind schwebende und präzise Sprachen? Und warum kann Übersetzen ein Universum erobern?
In Folge 8 von Überübersetzen sprechen Dr. Yvonne Griesel und die Übersetzerin und Lektorin Patricia Klobusiczky über das Inspirierende an brüchigen Wurzeln, warum „Muttersprache“ gerade beim Übersetzen eine neue Rolle einnimmt und warum das Nachkochen von Gerichten essentiell für den Prozess des Übersetzens sein kann. Da geht es um den feinen Umgang mit der individuellen Motivation in Texten und warum die Freiheit des Bezugs ein wichtiger Bestandteil bei der Rezeption ist.

Patricia Klobusiczky (*1968 in Berlin) studierte Literarisches Übersetzen an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und arbeitete 10 Jahre als Lektorin für den Rowohlt-Verlag mit dem Schwerpunkt auf französischer und englischsprachiger Belletristik, ost- und mitteleuropäischer Literatur und deutschsprachigen Autor:innen. Seit 2006 ist sie selbstständige literarische Übersetzerin. Von März 2017 bis Juni 2021 war sie 1. Vorsitzende vom Berufsverband der Literaturübersetzer:innen (VdÜ).

Foto: © Ebba D. Drolshagen

Literatur & Links zur Folge:

Elias Canetti (1979): Die gerettete Zunge. Deutschland: S. Fischer Verlag // Paula Jacque (1994): Die leichtsinnigen Engel. Deutschland: Rowohlt-Verlag // Sophie Divry (2017) : Als der Teufel aus dem Badezimmer kam. Berlin: Ullstein // Saša Stanišić (2019): Herkunft. München: Luchterhand Literaturverlag // Nino Haratischwili (2017): Das achte Leben (Für Brilka). Berlin: Ullstein TB 

Hier geht’s zur Hompage vom VDUE.

Hier geht’s zum Wikipediaeintrag von Patricia Klobusiczky.

Hier geht’s zum Radiointerview bei Deutschlandfunk Kultur von Patricia Klobusiczky.

Hier geht’s zum Zeit Artikel von Frank Heibert „Alliteration sticht Rhythmus“.

Zitat 

Ruth Zylberman (2017): Vermisstenstelle. Zürich: Secession Verlag

 

 

Folge 7 - Äquivalenz und Macht

Über Vergleiche und zusammenwirkende Elemente

Mehr Informationen zur siebten Folge

Äquivalenz ist ein Schlüsselbegriff in der Translationswissenschaft und taucht oft auf, wenn wir über übersetzen sprechen. Was bedeutet er eigentlich genau? Was hat er mit Macht zu tun und warum wird er häufig als Bewertungsinstanz für Übersetzungen eingesetzt?
In dieser Folge sprechen wir über das Verhältnis von Ausgangstext, Übersetzung, Machtinstanzen und warum man durchaus Äpfel mit Birnen vergleichen kann. Und was das alles mit der Rede von Boris Jelzin an der gefallenen Mauer oder dem Gedicht von Amanda Gorman zu tun hat.

Literatur & Links zur Folge:

Theo Hermans (2006): Translating Others. London: Routledge. // André Lefevere (1992): Translation, Rewriting, and the Manipulation of Literary Fame. London/New York: Routledge. // Werner Koller (1979) : Einführung in die Übersetzungswissenschaft. Stuttgart: UTB. // Amanda Gormann (2021): The Hill we Climb/ Den Hügel hinauf. (Zweisprachige Ausgabe, in deutscher Übersetzung von Kübra Gümüşay, Hadija Haruna-Oelker und Uda Strätling) Hoffmann und Campe. // Daniel Jonah Goldhagen (1996): Hitlers willige Vollstrecker (in deutscher Übersetzung von Klaus Kochmann). Berlin: Siedler Verlag.

Zitat von Theo Hermans in „The conference of the tongues“, Manchester: St. Jerome Publishing, S.6 : „Equivalence, which I will continue to interpret as meaning equality in value ad status, is not a feature that can be extrapolated on the basis of texual comparison. Rather than being extracted from texts, equivalence is imposed ont them through an external intervention in a particular institutional context.In other words, equivalence is proclaimed, not found.“

Folge 6 - Gespräch mit Sandra Hetzl

Über das Arabische und den Unterschied zwischen gelesener und gesprochener Sprache.

Mehr Informationen zur sechsten Folge

Arabisch ist eine der sechs Amtssprachen der Vereinten Nationen, doch haben Sie schon mal ein arabisches Science-Fiction-Buch gelesen? Wo liegen die Gemeinsamkeiten im schweizerdeutschen und hocharabischen? Und warum wirken deutsche Übersetzungen von arabischen Texten oft „blumig“?
In der sechsten Folge von Überübersetzen sprechen Yvonne Griesel und Sandra Hetzl über ungewöhnliche Wege eine Sprache zu lernen, über die Annäherung an Kriegsgeschehen, über Ecken im Übersetzungsprozess und darüber, warum außerliterarische Kriterien eine große Rolle für unsere Wahrnehmung der arabischen Kultur spielen.

Sandra Hetzl (*1980 in München) übersetzt literarische Texte aus dem Arabischen, u.a. von Rasha Abbas, Haytham El Wardany, Mohammad Al Attar, Kadhem Khanjar, Bushra al-Maktari, Aref Hamza, Aboud Saeed, Assaf Alassaf und Raif Badawi. Außerdem kuratiert sie Veranstaltungen und manchmal schreibt sie auch. Sie hat einen Master in Visual Culture Studies von der Universität der Künste in Berlin, ist Gründerin des Literaturkollektivs 10/11 für zeitgenössische arabische Literatur und des Mini-Literaturfestivals Downtown Spandau Medina.

Literatur & Links zur Folge:

Kadhem Khanjar (2019): Dieses Land gehört euch. Berlin: Mikrotext. //Bushra al-Maktari (2020): Was hast du hinter dir gelassen – Stimmen aus dem vergessenen Krieg im Jemen“. Berlin: Ullstein. // Rasha Abbas (2018): „Eine Zusammenfassung von allem, was war“. Berlin: Mikrotext.

Hier geht’s zur Homepage von Sandra Hetzl.

Hier geht’s zur Homepage von 10/11.

Hier geht’s zur Homepage des Buchladens Khanal Aljanub.

Folge 5 - Interpretation und Appell

Übersetzung: zwischen Lesenden und Schreibenden

Mehr Informationen zur fünften Folge

Was haben die Bücher „Nachtzug nach Lissabon“ und „Harry Potter“ gemeinsam? Wir interpretieren sie! Wir, das sind die Leser:innen hinter den Romanen, den Theaterstücken oder zum Beispiel den Filmen. Aus wissenschaftlicher Sicht gab es hier sogar eine „Geburt der Lesenden“. In Folge fünf sprechen Yvonne Griesel und Larisa Schippel darüber, was passiert wenn ein:e Übersetzer:in in diesem Prozess von Intention der Schreibenden und Interpretation der Lesenden dazwischen geschaltet ist. Sie sprechen über Appellstruktur, Intertextualität und darüber, warum es manchmal so viele verschiedene Übersetzungen gibt.

Folge 4 - Gespräch mit Karen Witthuhn: mörderische Übersetzungen

Über Kriminalübersetzung und Spannungsbögen

Mehr Informationen zur vierten Folge

In der vierten Folge von Überübersetzen geht es im Steilflug in die Praxis. Yvonne Griesel reist nach Hamburg und spricht mit der Krimiübersetzerin Karen Witthuhn. Wissen Sie, was eine Milieusprache ist? Oder ein Pageturner? Warum ist die Recherche für die Übersetzung eines Krimis ein heikles Spiel mit dem Verfassungsschutz?
Klar ist: Ein Kriminalroman umkreist viel mehr als nur Mord und Totschlag. Seine Übersetzung baut Spannungsbögen, schafft Vorstellungskraft und begibt sich in soziale Räume, die oft im Hintergrund bleiben. Da geht es um das Konstrukt von Strafe, die Feinheiten von Sprachjargons und um den detaillierten Blick auf den Menschen an sich.

Karen Witthuhn wurde 1969 geboren und studierte „Drama – Theatre, Film & TV“ an der University of Bristol, England. Sie lebt in Hamburg und arbeitete von 1995 bis 2008 als Regisseurin, Dramaturgin und Produktionsleiterin an Stadttheatern, in der freien Szene und für internationale Theaterfestivals. Seit 2000 ist sie freiberuflich als literarische Übersetzerin von Romanen, Theaterstücken und- texten und Drehbüchern aus dem Englischen tätig. Gemeinsam mit der englischsprachigen Kollegin Lucy Renner Jones leitet sie das literarische Übersetzerbüro Transfiction: www.transfiction.eu 

2011 nahm sie am Hieronymus-Programm für Nachwuchsübersetzer und an der Berliner Übersetzerwerkstatt teil und wurde 2015 sowie 2018 mit Arbeitsstipendien der DÜF gefördert.

Foto: © Anne Meurer

Literatur & Links zur Folge:

Percival Everett (2015): Ich bin Nicht Sidney Poitier. Wiesbaden: Luxbooks. // Simon Beckett (2016): Totenfang. Hamburg: Wunderlich Verlag. // Simon Beckett (2020): Die ewigen Toten. Hamburg: Wunderlich Verlag. // Simon Becket (2020): Versteckt. Hamburg: Wunderlich Verlag (Übersetzungen mit Sabine Längsfeld) // Coming soon: Simon Beckett: Die Verlorenen (übersetzt mit Sabine Längsfeld) – erscheint im Juli 2021 // D.B. John (2018): Stern des Nordens. Hamburg: Wunderlich Verlag (Übersetzung mit Sabine Längsfeld).

Zitat:
“Poirot,“ I said. „I have been thinking.“
„An admirable exercise my friend. Continue it.”

von Agatha Christie, Peril at End House / Haus an der Düne

Folge 3 - Wissenschaft und Praxis

Über Wissenschaftsdisziplinen und deren Nutzen für die Praxis

Mehr Informationen zur dritten Folge

In dieser Folge sprechen wir über die diversen Blickwinkel auf fertige Übersetzungen und den Prozess des Übersetzens an sich. Welche Wissenschaftsdisziplinen haben sich bislang mit Translation beschäftigt und was nützt das alles den Praktiker:innen? Welche Normen, Erwartungen und Wirkungen sind damit verbunden? Wir begeben uns auf eine theoretische Reise vom internationalen Vergleich hin zur Skopostheorie und schließlich zu unseren eigenen persönlichen Erfahrungen.

Literatur & Links zur Folge:

Erich Prunč (1997): Versuch einer Skopostypologie. In: Grbć, Nadja (ed.): Text – Kultur – Kommunikation. Tübingen: Stauffenburg. // Katharina Reiss & Hans Vermeer (1984): Einführung in die Translationstheorie. Tübingen: Stauffenburg. // Gideon Toury (1995): Descriptive Translation Studies and beyond. Amsterdam /Philadelphia: John Benjamins Publishing Company. // Lawrence Venuti (1995): Translator’s Invisibility. A history of Translation, London & New York: Routledge. // Adjanoun, Laetitia (2021): Love is in the Hair. (in der Übersetzung von Yvonne Griesel). In: Bomy, Charlotte/ Wegener, Lisa [Hrsg.]: Afroeuropäerinnen. Berlin: Neofelis Verlag.

Zitat:
Walter Benjamin: „Jene reine Sprache, die in fremde gebannt ist, in der eigenen zu erlösen, die im Werk gefangene in der Umdichtung zu befreien, ist die Aufgabe des Übersetzers“.

1923 aus dem als Vorwort zu seiner Übersetzung der Gedichtsammlung Tableaux Parisiens von Charles Baudelaire / Aufsatz Die Aufgabe des Übersetzers

Folge 2 - Gespräch mit Irina Bondas

Über Theaterdolmetschen, Kulturtransfer und die besonderen Herausforderungen, die das Dolmetschen mit sich bringt

Mehr Informationen zur zweiten Folge

Irina Bondas und Yvonne Griesel sprechen über Theaterdolmetschen, Kulturtransfer und die besonderen Herausforderungen, die das Dolmetschen mit sich bringt. Wie wird ein Einsatz auf der Buchmesse vorbereitet, müssen dazu alle Bücher der Autorin gelesen werden? Wie fühlt sich das an, auf der Bühne zu dolmetschen und zwischen Regie und Schauspieler:innen sprachliche Brücken zu schlagen?

Irina Bondas hat Dolmetschen und Politikwissenschaft in Leipzig studiert und lebt nach Studien- und Arbeitsaufenthalten u.a. in Edinburgh, New York und Lwiw als freiberufliche Übersetzerin und Konferenzdolmetscherin für Russisch, Englisch und Ukrainisch in Berlin. Sie hat zu Kultur- und Sprachtransfer im Theater geforscht und ist für verschiedene Festivals und Kultureinrichtungen tätig. Neben politik- und kulturwissenschaftlichen Texten übersetzt sie Kurzprosa, Dramatik und Lyrik.

Foto: © Natalia Mikhaylova

Literatur & Links zur Folge:

Bondas, Irina (2013): Theaterdolmetschen – Phänomen, Funktionen, Perspektiven. Berlin: Frank und Timme Verlag. // Dedecius, Karl (1986): Vom Übersetzen. Frankfurt: Suhrkamp Taschenbuch Verlag. // Umberto Eco (1996): Zwischen Autor und Text: Interpretation und Überinterpretation. München: dtv. (übersetzt von Hans Günter Holl) // Erika Fischer-Lichte (2004): Ästhetik des Performativen. Frankfurt: Suhrkamp. // Norbert Greiner (2004): Übersetzung und Literaturwissenschaft. Tübingen: Narr Verlag. // Griesel, Yvonne (2007): Die Inszenierung als Translat. Berlin: Frank und Timme. // Jurij M. Lotman (2010): Die Innenwelt des Denkens. Frankfurt: Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft. (übersetzt von Gabriele Leupold und Olga Radezkaja)

 

Folge 1 - Übersetzen ist Kommunikation

Yvonne Griesel im Gespräch mit Larisa Schippel

Mehr Informationen zur ersten Folge

Übersetzungen begegnen uns jeden Tag, sind selbstverständlich und bleiben doch oft unsichtbar. Dr. Yvonne Griesel und Prof. Dr. Larisa Schippel sprechen über die Möglichkeit einer Definition von Übersetzung, Translation und Dolmetschen.

Literatur & Links zur Folge:

Casanova, Pascale (1999): La République mondiale des Lettres. Paris: Éditions du Seuil. 

Rudi Keller (2017, 2. Aufl.): Zeichentheorie: Zu einer Theorie semiotischen Wissens: Eine pragmatische Theorie semiotischen Wissens. UtB-Taschenbuch.

Ortiz, Fernando (dt. Ü.: Maralde Meyer-Minnemann) –  Tabak und Zucker. Ein kubanischer Disput. Insel Verlag, 1987.

Franz Pöchhacker (2000): Dolmetschen: Konzeptuelle Grundlagen und deskriptive Untersuchungen. Tübingen: Stauffenburg Translation.

Prunč, Erich (2012): Entwicklungslinien der Translationswissenschaft. Berlin: Frank und Timme Verlag.

Schippel, Larisa (2020): „Once ten people know a poem by heart.“ In Griesel, Yvonne [Hrs.] (2020): Getting Accross. Berlin: Internationales Theaterinstitut.

Allgemeine Literatur und Links:

Corona Tipps von Kirill Serebrennikow

Decamerone im Deutschen Theater

Boccaccio: Das Dekameron – diverse Ausgaben

Dolmetschverband AIIC

Puh der Bär übersetzt und gelesen von Harry Rowohlt. Hörbuch im Kein und Aber Verlag

Trailer

Yvonne Griesel gibt einen Einblick in die kommenden Wochen - mit Larisa Schippel und vielen anderen Übersetzer:innen.

Mehr Informationen zum Trailer

Zugegeben, die Profession des Übersetzens spielt häufig eher die Nebenrolle, bleibt unsichtbar oder wird mit einem leicht verschrobenen Charakter versehen. Vielleicht liegt es daran, dass Übersetzer:innen unbemerkt arbeiten, immer mit der Maxime: „eine gute Übersetzung sollte nicht bemerkt werden“. Dr. Yvonne Griesel und Prof. Dr. Larisa Schippel gehen in dem Podcast „Überübersetzen“ genau diesen Fragen auf die Spur, wollen eine Brücke zwischen Theorie und Praxis schlagen, mit Übersetzer:innen konkret über ihre Praxis sprechen und sichtbar machen, was bisher oft im Hinterzimmer verborgen blieb. Immer mit der Idee: Übersetzung ist ein essentielles Element der Verständigung, des Austauschs und des Dialogs. Die erste Folge zum Thema „Übersetzen ist Kommunikation“ erscheint am 15.02.2021!