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Der Podcast über Übersetzen

Eine Brücke zwischen Theorie und Praxis

Folge 4 - Gespräch mit Karen Witthuhn: mörderische Übersetzungen

Über Kriminalübersetzung und Spannungsbögen

Mehr Informationen zur vierten Folge

In der vierten Folge von Überübersetzen geht es im Steilflug in die Praxis. Yvonne Griesel reist nach Hamburg und spricht mit der Krimiübersetzerin Karen Witthuhn. Wissen Sie, was eine Milieusprache ist? Oder ein Pageturner? Warum ist die Recherche für die Übersetzung eines Krimis ein heikles Spiel mit dem Verfassungsschutz?
Klar ist: Ein Kriminalroman umkreist viel mehr als nur Mord und Totschlag. Seine Übersetzung baut Spannungsbögen, schafft Vorstellungskraft und begibt sich in soziale Räume, die oft im Hintergrund bleiben. Da geht es um das Konstrukt von Strafe, die Feinheiten von Sprachjargons und um den detaillierten Blick auf den Menschen an sich.

Karen Witthuhn wurde 1969 geboren und studierte „Drama – Theatre, Film & TV“ an der University of Bristol, England. Sie lebt in Hamburg. Arbeitete von 1995 bis 2008 als Regisseurin, Dramaturgin und Produktionsleiterin an Stadttheatern, in der freien Szene und für internationale Theaterfestivals. Seit 2000 freiberufliche Tätigkeit als literarische Übersetzerin von Romanen, Theaterstücken und- texten und Drehbüchern aus dem Englischen. Gemeinsam mit der englischsprachigen Kollegin Lucy Renner Jones leitet sie das literarische Übersetzerbüro Transfiction: www.transfiction.eu
Teilnahme am Hieronymus-Programm für Nachwuchsübersetzer 2011 und an der Berliner Übersetzerwerkstatt 2011. 2015 und 2018 Arbeitsstipendien des DÜF.

Foto: Anne Meurer

Percival Everett (2015): Ich bin Nicht Sidney Poitier. Wiesbaden: Luxbooks.

Simon Beckett (2016): Totenfang. Hamburg: Wunderlich Verlag.

Simon Beckett (2020): Die ewigen Toten. Hamburg: Wunderlich Verlag.

Simon Becket (2020): Versteckt. Hamburg: Wunderlich Verlag (Übersetzungen mit Sabine Längsfeld)

Coming soon: Simon Beckett: Die Verlorenen (übersetzt mit Sabine Längsfeld) – erscheint im Juli 2021

D.B. John (2018): Stern des Nordens. Hamburg: Wunderlich Verlag (Übersetzung mit Sabine Längsfeld).

Zitat:
“Poirot,“ I said. „I have been thinking.“
„An admirable exercise my friend. Continue it.”

von Agatha Christie, Peril at End House / Haus an der Düne

Folge 3 - Wissenschaft und Praxis

Über Wissenschaftsdisziplinen und deren Nutzen für die Praxis

Mehr Informationen zur dritten Folge
In dieser Folge sprechen wir über die diversen Blickwinkel auf fertige Übersetzungen und den Prozess des Übersetzens an sich. Welche Wissenschaftsdisziplinen haben sich bislang mit Translation beschäftigt und was nützt das alles den Praktiker:innen? Welche Normen, Erwartungen und Wirkungen sind damit verbunden? Wir begeben uns auf eine theoretische Reise, vom internationalen Vergleich, hin zur Skopostheorie und schließlich zu unseren eigenen persönlichen Erfahrungen.

Erich Prunč (1997): Versuch einer Skopostypologie. In: Grbć, Nadja (ed.): Text – Kultur – Kommunikation. Tübingen: Stauffenburg.

Katharina Reiss & Hans Vermeer (1984): Einführung in die Translationstheorie. Tübingen: Stauffenburg.

Gideon Toury (1995): Descriptive Translation Studies and beyond. Amsterdam /Philadelphia: John Benjamins Publishing Company.

Lawrence Venuti (1995): Translator’s Invisibility. A history of Translation, London & New York: Routledge.

Adjanoun, Laetitia(2021): Love is in the Hair. (in der Übersetzung von Yvonne Griesel). In: Bomy, Charlotte/ Wegener, Lisa [Hrsg.]: Afroeuropäerinnen. Berlin: Neofelis Verlag.

Zitat:
Walter Benjamin: „Jene reine Sprache, die in fremde gebannt ist, in der eigenen zu erlösen, die im Werk gefangene in der Umdichtung zu befreien, ist die Aufgabe des Übersetzers“.

1923 aus dem als Vorwort zu seiner Übersetzung der Gedichtsammlung Tableaux Parisiens von Charles Baudelaire / Aufsatz Die Aufgabe des Übersetzers

Folge 2 - Gespräch mit Irina Bondas

Über Theaterdolmetschen, Kulturtransfer und die besonderen Herausforderungen, die das Dolmetschen mit sich bringt

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Irina Bondas und Yvonne Griesel sprechen über Theaterdolmetschen, Kulturtransfer und die besonderen Herausforderungen, die das Dolmetschen mit sich bringt. Wie wird ein Einsatz auf der Buchmesse vorbereitet, müssen dazu alle Bücher der Autorin gelesen werden? Wie fühlt sich das an, auf der Bühne zu dolmetschen und zwischen Regie und Schauspieler:innen sprachliche Brücken zu schlagen?

Irina Bondas hat Dolmetschen und Politikwissenschaft in Leipzig studiert und lebt nach Studien- und Arbeitsaufenthalten u.a. in Edinburgh, New York und Lwiw als freiberufliche Übersetzerin und Konferenzdolmetscherin für Russisch, Englisch und Ukrainisch in Berlin. Sie hat zu Kultur- und Sprachtransfer im Theater geforscht und ist für verschiedene Festivals und Kultureinrichtungen tätig. Neben politik- und kulturwissenschaftlichen Texten übersetzt sie Kurzprosa, Dramatik und Lyrik.

Foto: © Natalia Mikhaylova

Literatur & Links zur Folge:

Bondas, Irina (2013): Theaterdolmetschen – Phänomen, Funktionen, Perspektiven. Berlin: Frank und Timme Verlag.

Dedecius, Karl (1986): Vom Übersetzen. Frankfurt: Suhrkamp Taschenbuch Verlag.

Umberto Eco (1996): Zwischen Autor und Text: Interpretation und Überinterpretation. München: dtv. (übersetzt von Hans Günter Holl)

Erika Fischer-Lichte (2004): Ästhetik des Performativen. Frankfurt: Suhrkamp. 

Norbert Greiner (2004): Übersetzung und Literaturwissenschaft. Tübingen: Narr Verlag

Griesel, Yvonne (2007): Die Inszenierung als Translat. Berlin: Frank und Timme.

Jurij M. Lotman (2010): Die Innenwelt des Denkens. Frankfurt: Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft. (übersetzt von Gabriele Leupold und Olga Radezkaja)

 

Folge 1 - Übersetzen ist Kommunikation

Yvonne Griesel im Gespräch mit Larisa Schippel

Mehr Informationen zur ersten Folge

Übersetzungen begegnen uns jeden Tag, sind selbstverständlich und bleiben doch oft unsichtbar.  Dr. Yvonne Griesel und Prof. Dr. Larisa Schippel sprechen über die Möglichkeit einer Definition von Übersetzung, Translation und Dolmetschen.

Literatur & Links zur Folge:

Casanova, Pascale (1999): La République mondiale des Lettres. Paris: Éditions du Seuil. 

Rudi Keller (2017, 2. Aufl.): Zeichentheorie: Zu einer Theorie semiotischen Wissens: Eine pragmatische Theorie semiotischen Wissens. UtB-Taschenbuch.

Ortiz, Fernando (dt. Ü.: Maralde Meyer-Minnemann) –  Tabak und Zucker. Ein kubanischer Disput. Insel Verlag, 1987.

Franz Pöchhacker (2000): Dolmetschen: Konzeptuelle Grundlagen und deskriptive Untersuchungen. Tübingen: Stauffenburg Translation.

Prunč, Erich (2012): Entwicklungslinien der Translationswissenschaft. Berlin: Frank und Timme Verlag.

Schippel, Larisa (2020): „Once ten people know a poem by heart.“ In Griesel, Yvonne [Hrs.] (2020): Getting Accross. Berlin: Internationales Theaterinstitut.

Allgemeine Literatur und Links:

Corona Tipps von Kirill Serebrennikow

Decamerone im Deutschen Theater

Boccaccio: Das Dekameron – diverse Ausgaben

Dolmetschverband AIIC

Puh der Bär übersetzt und gelesen von Harry Rowohlt. Hörbuch im Kein und Aber Verlag

Trailer

Yvonne Griesel gibt einen Einblick in die kommenden Wochen - mit Larisa Schippel und vielen anderen Übersetzer:innen.

Mehr Informationen zum Trailer

Zugegeben, die Profession des Übersetzens spielt häufig eher die Nebenrolle, bleibt unsichtbar oder wird mit einem leicht verschrobenen Charakter versehen. Vielleicht liegt es daran, dass Übersetzer:innen unbemerkt arbeiten, immer mit der Maxime: „eine gute Übersetzung sollte nicht bemerkt werden“. Dr. Yvonne Griesel und Prof. Dr. Larisa Schippel gehen in dem Podcast „Überübersetzen“ genau diesen Fragen auf die Spur, wollen eine Brücke zwischen Theorie und Praxis schlagen, mit Übersetzer:innen konkret über ihre Praxis sprechen und sichtbar machen, was bisher oft im Hinterzimmer verborgen blieb. Immer mit der Idee: Übersetzung ist ein essentielles Element der Verständigung, des Austauschs und des Dialogs. Die erste Folge zum Thema „Übersetzen ist Kommunikation“ erscheint am 15.02.2021!